Schutz von Kopf bis Fuß, nach Norm erklärt

Was musst du wirklich tragen?

Tippe auf die Stelle, die du schützen willst. Wir zeigen dir die Norm, die dafür gilt – und was ihre Klassen bedeuten.

Klassen-Lineal · EN ISO 20345:2022

Von SB bis S7 auf einen Blick

Jede Schutzklasse enthält die darunterliegende und legt etwas drauf. Die Matrix zeigt, was.

Passende Klasse finden →
Eigenschaften der Schutzklassen SB bis S7 nach EN ISO 20345:2022
EigenschaftSBS1S1PS2S3S6S7
Zehenschutzkappe, 200 JouleGrundanforderung
Geschlossener Fersenbereichab S1
AntistatischA
Energieaufnahme FerseE
DurchtrittschutzP · L · S
Wasserabweisendes ObermaterialWPA
Profilierte Laufsohleab S3
Ganzer Schuh wasserdichtWR

Nicht abgebildet: S4/S5 (Gummistiefel) · Varianten L/S beim Durchtrittschutz · Quelle: EN ISO 20345:2022

Schichtbeginn

Wo arbeitest du heute?

Orientierung nach Norm-Systematik. Verbindlich ist die Gefährdungsbeurteilung deines Betriebs.

Leitfaden

Arbeitskleidung in vier Schritten

Die richtige Ausrüstung beginnt nicht im Shop, sondern am Arbeitsplatz. Diese Reihenfolge hält jede Kaufentscheidung sauber.

  1. 01

    Gefährdung benennen

    Was kann an diesem Arbeitsplatz passieren? Herabfallende Teile, Nässe, Schnitte, Hitze, Verkehr, Chemikalien. Diese Liste steht in der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs, und sie entscheidet, ob überhaupt Schutzausrüstung nötig ist. Ohne sie ist jede Klasse geraten. Wer PSA stellt und bezahlt

  2. 02

    Körperzone zuordnen

    Jede Gefährdung trifft eine Stelle: Füße, Beine, Hände, Oberkörper, Kopf. Für jede Zone gibt es eigene Normen, und keine davon deckt eine andere mit ab. Ein S3-Schuh schützt nicht die Hände, eine Warnjacke nicht die Knie. Die Körperkarte oben zeigt, welche Norm wohin gehört.

  3. 03

    Norm und Klasse lesen

    Auf dem Etikett steht, was geprüft wurde. Bei Schuhen die Klasse von SB bis S7, bei Handschuhen die Ziffernfolge nach EN 388, bei Warnschutz die Klasse 1 bis 3. Wichtig ist, was fehlt: Eine Eigenschaft ohne Kennzeichnung wurde nicht geprüft. Schuhklassen · Handschuhcodes · Warnschutzklassen

  4. 04

    Passform und Pflege prüfen

    Ausrüstung, die nicht passt, wird ausgezogen, und dann schützt sie gar nicht. Zu große Handschuhe verrutschen, zu enge Schuhe drücken, falsch gewaschene Warnschutzjacken verlieren ihre Wirkung. Größe, Tragedauer und Pflege sind deshalb Teil der Auswahl, nicht Nebensache. Schuhgröße messen · Richtig waschen

Fünf Irrtümer, die uns am häufigsten begegnen

„S3 ist immer die sicherste Wahl.“
S3 hat Durchtrittschutz und Profil, aber keine geprüfte Wasserdichtheit und keine Kälteisolierung. In der trockenen Halle ist ein leichterer S1P oft passender, auf der nassen Baustelle ein S7.
„Arbeitsschuh und Sicherheitsschuh sind dasselbe.“
Nur der Sicherheitsschuh hat eine Zehenkappe mit 200 Joule. Berufsschuhe nach EN ISO 20347 haben keine, auch wenn sie sonst ähnlich aussehen.
„Die Warnweste aus dem Auto reicht auch auf der Baustelle.“
Im Fahrzeug genügt eine Weste nach Norm. Im Betrieb entscheidet die Warnschutzklasse, und die erreicht eine schmale Weste häufig nicht.
„Ein höherer Buchstabe bei Schnittschutz ist immer besser.“
Mehr Schnittfestigkeit kostet Fingerfertigkeit. Passend ist die Stufe, die zur Gefährdung gehört; ein Handschuh, mit dem niemand arbeiten kann, wird ausgezogen.
„Schutzausrüstung zahle ich selbst.“
Wo PSA nach der Gefährdungsbeurteilung erforderlich ist, stellt sie der Betrieb. Die Kosten dürfen Beschäftigten nicht auferlegt werden, auch nicht in der Zeitarbeit.

Warum diese Seite anders arbeitet

Die meisten Seiten zu Arbeitskleidung sind Shops. Sie erklären Normen, um Produkte zu verkaufen, und sie verschweigen, was eine Kennzeichnung nicht belegt. Wir drehen das um: Zuerst steht, was eine Norm prüft, in welcher Fassung und wo ihre Grenzen liegen. Erst danach kommt die Frage, welches Produkt dazu passt.

Dafür arbeiten wir mit Primärquellen: Gesetzestexte, Regeln der gesetzlichen Unfallversicherung, EU-Verordnungen und die Normen selbst. Wo eine Zahl nicht belegbar ist, schreiben wir das, statt sie zu schätzen. Und wo die Rechtslage von der Gefährdungsbeurteilung eines Betriebs abhängt, sagen wir genau das, statt eine pauschale Pflicht zu behaupten.

Das Ergebnis sind Ratgeber, Glossareinträge, Normseiten, Berufsseiten und ein Werkzeug, die ineinandergreifen: Wer im Ratgeber auf „S1P“ stößt, landet mit einem Klick bei der Definition, und wer im Glossar die Norm sucht, findet die Normseite mit Fassung und Stand.

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Wir erfinden keine Tests und Siegel. Wir erklären, was die Kennzeichnung eines Produkts belegt.

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Geschrieben von Maik Möhring, Maik Möhring Media, Ermatingen. Jede Angabe mit Norm, Fassung und Stand. Redaktionsrichtlinien